UNDRU unter Druck der schwere August die wollene Molly die herzliche Viererbande die fliegende Amath die mutige Mieze der lichte Ariel

Entspannte Katzen erzählen 

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von René Isenschmid

UNDRU unter Druck
oder
Autogenes Training macht Spass

 

Undru ist verzweifelt: sein bis anhin behänder Gang verkümmert zum schleppenden Schlurfen, seine Rede wirkt gehaspelt und der Glanz seiner treuherzigen Augen ist erloschen. Undru ist ein richtiger Riese aus dem Lebergebirge, in dessen Tälern alle Menschen Riesen und gutmütige Kerle waren, die in Frieden mit ihren unzähligen Katzen den Tag beäugten und die Nacht verschliefen. Die Riesen waren zu gross, um sich zu kratzen oder dem harten Boden ein kleines Bäumchen als Zwischenmahlzeit zu entreissen. Die Katzen waren ihre Helfer. Das Lebergebirge, Hofstatt und Paradies aller Riesen, ist an dem Tag, als die Sonne sich heftig räuspern musste, untergegangen, es hat sich mit seinen Bewohnern am Ende der Zeit im weiten Meer schlafen gelegt und durch das steigende Wasser wohlig zudecken lassen. Undru hat auch dieses Geschehnis, wie schon so viele vorangehende, verpasst. Mit 6 Katzen blieb er auf dem kleinen Inselchen, dem die normal gewachsenen Menschen Kontinent sagen, zurück. 
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Undru fühlt sich in seiner neuen Heimat fremd. Oft müde und niedergeschlagen, beklagt er ungehalten und forsch die Lieblosigkeit dieser Welt. Eigentlich – unter seinesgleichen in glücklicheren Tagen – hat man ihn Xexerophaikaeleos geheissen, aber die schlauen Katzen rufen ihren grossen Freund Undru, weil er immer unter Druck steht und sich dieses Wort ihren spitzen Kehlen mühelos entlocken lässt. Undru vergrössert seine Schrittlänge täglich, um hastend Wegzeit zu sparen, ein Zähneknirschen, das nachts unheimlich durch die Täler schwingt, wird zum ständigen Begleiter seines unruhigen Schlafes. Immer wenn er sein Riesenherz in den Ohren rasend pochen hört, schleicht sich die Angst um seine Gesundheit in seinen massigen Körper und hakt sich fest. Undru braucht Hilfe. In einer der seltenen Nächte, die sich für gewichtige Entscheide aufdrängen, beschliessen die Katzen, ihrem Freund zu helfen. Der volle Mond bezeugt die Vereinbarung und lässt zufrieden lächelnd sein geheimnisvolles Licht über die Hügel in den Morgen davonschleichen.

 

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