| Die Grundstufe des Autogenen Trainings kennt vier
Organübungen, die den Kopf, das Herz, die Atemwege und die
Bauchorgane ansprechen. Die Formeln und Vorstellungen wirken
über das vegetative Nervensystem gezielt auf die Organe ein.
Dieser Prozess verändert einzelne Körperfunktionen, aber auch die
Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit. Das Autogene Training ist als
Gesamtsystem eine wissenschaftlich fundierte Methode mit hoher
therapeutischer Wirkung.
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| Das gezielte Organtraining, das sich
unmittelbar an die Schwere- und Wärme-Erlebnisse anknüpft, ist nur
unter Obhut einer gut ausgebildeten Fachperson zu üben.
Paradoxe und negative Reaktionen, die bei den Organübungen relativ
häufig auftreten, müssen umgehend zwischen dem Übenden und seinem
Trainer besprochen und geklärt werden können. Menschen mit
funktioneller Herzstörung nehmen bei der Herzübung oft einen
beschleunigten Puls wahr oder spüren eine beklemmende Angst
hochkommen. Bei der Kopf- oder Stirnübung klagen Teilnehmer in
vielen Fällen über Kopfschmerzen. Diese Übung hat
erwiesenermassen kein Korrelat, sie bewirkt nicht eine Abkühlung,
wie die Formel suggeriert, sondern das Gegenteil: eine Erwärmung.
Das subjektive Empfinden der Stirnkühle ist ein psychologisches
Phänomen.
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| Das Autogene Training ist bei verschiedenen Leiden
und Krankheiten eine grosse Hilfe. Voraussetzung dafür ist
immer die gründliche Abklärung durch den Arzt und das Üben unter
der Anleitung eines verantwortungsbewussten Trainers. Aufgrund der
Diagnose erstellen Arzt, Betreuer und der Übende die individuellen
Vorsatzformeln, die in ausgeklügelter Technik vor der Rücknahme in
die Entspannungsübung eingebaut werden. Diese Formeln, die das
Krankheitsbild prägnant ansprechen, berücksichtigen bestmöglich
die Charakterstruktur und die gegenwärtige Situation des
Hilfesuchenden. Damit verstärkt die Übung unmittelbar die
regulierende Wirkung auf die biologischen Abläufe im
Organismus. J. Garcia spricht von einem «Stillegen der
Sinneskanäle», die in der Formel ausgedrückte Absicht wird ohne
Nachdenken oder besonderen Willensentschluss unverzüglich in die
Tat umgesetzt.
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| Das Autogene Training ist eine unspezifische
therapeutische Massnahme. Sie lässt sich kombinieren mit
anderen psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungen und
Naturheilverfahren. Bei psychovegetativen Störungen oder auch
organisch bedingten Krankheiten ist diese faszinierende
Entspannungsmethode eine bewährte Hilfs- und Begleitmassnahme.
Die Frage an den Arzt lohnt sich.
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Als Überblick und zur Orientierung eine kurze
Zusammenfassung der vier spezifischen Organübungen:
Herzregulierung
Formel: Herz schlägt ruhig und kräftig, für leicht Erregbare:
Herz schlägt ruhig und gleichmässig.
Das Herz ist ein unermüdlich arbeitender Pumpmuskel. Das Schwere-
und Wärme-Erlebnis der autogenen Umschaltung erfasst auch dieses
Muskelbündel. Die Relaxion passt die Herztätigkeit harmonisch dem
Rhythmus des Gesamtorganismus an.
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Atemeinstellung
Formel: Atmung ist ganz ruhig und gleichmässig, oder: Es atmet
mich.
Die Atmung gestaltet sich aus der Entspannung heraus. Der Übende
lässt sich von ihr «tragen» und vermeidet jede bewusste Änderung
der Atemfrequenz. Jede willkürliche Steuerung bewirkt Spannung und
stört die autogene Umschaltung.
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Regulierung der Bauchorgane (Sonnengeflecht)
Formel: Sonnengeflecht ist strömend warm, oder: Leib ist strömend
warm.
Damit wird der grösste Nervenknoten unseres Körpers angesprochen.
Das ausgewogene und entspannte Nervensystem bewirkt über die
Weitung der Blutgefässe eine gute Durchblutung der Bauchorgane.
Dazu gehören unter anderem Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Milz,
Nieren und die Sexualdrüsen.
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Einstellung des Kopfgebietes
Formel: Stirn ist angenehm kühl, oder: Stirn ist ein wenig kühl.
Die Kopfübung erfordert eine besondere Vorsicht. Diese
abschliessende Übung vermittelt die Erfahrung eines angenehmen
Kühle-Erlebnisses über der Stirn. Der warmherzige Mensch, der
seinen kühlen Kopf bewahrt, beschliesst auch die Grundstufe des
Autogenen Trainings
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