Organtraining ist kein Do-it-yourself-Programm!

Schmerzt der Kopf? Rast das Herz?

Die Grundstufe des Autogenen Trainings kennt vier Organübungen, die den Kopf, das Herz, die Atemwege und die Bauchorgane ansprechen. Die Formeln und Vorstellungen wirken über das vegetative Nervensystem gezielt auf die Organe ein. Dieser Prozess verändert einzelne Körperfunktionen, aber auch die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit. Das Autogene Training ist als Gesamtsystem eine wissenschaftlich fundierte Methode mit hoher therapeutischer Wirkung.
zum Anfang
Das gezielte Organtraining, das sich unmittelbar an die Schwere- und Wärme-Erlebnisse anknüpft, ist nur unter Obhut einer gut ausgebildeten Fachperson zu üben. Paradoxe und negative Reaktionen, die bei den Organübungen relativ häufig auftreten, müssen umgehend zwischen dem Übenden und seinem Trainer besprochen und geklärt werden können. Menschen mit funktioneller Herzstörung nehmen bei der Herzübung oft einen beschleunigten Puls wahr oder spüren eine beklemmende Angst hochkommen. Bei der Kopf- oder Stirnübung klagen Teilnehmer in vielen Fällen über Kopfschmerzen. Diese Übung hat erwiesenermassen kein Korrelat, sie bewirkt nicht eine Abkühlung, wie die Formel suggeriert, sondern das Gegenteil: eine Erwärmung. Das subjektive Empfinden der Stirnkühle ist ein psychologisches Phänomen.
zum Anfang
Das Autogene Training ist bei verschiedenen Leiden und Krankheiten eine grosse Hilfe. Voraussetzung dafür ist immer die gründliche Abklärung durch den Arzt und das Üben unter der Anleitung eines verantwortungsbewussten Trainers. Aufgrund der Diagnose erstellen Arzt, Betreuer und der Übende die individuellen Vorsatzformeln, die in ausgeklügelter Technik vor der Rücknahme in die Entspannungsübung eingebaut werden. Diese Formeln, die das Krankheitsbild prägnant ansprechen, berücksichtigen bestmöglich die Charakterstruktur und die gegenwärtige Situation des Hilfesuchenden. Damit verstärkt die Übung unmittelbar die regulierende Wirkung auf die biologischen Abläufe im Organismus. J. Garcia spricht von einem «Stillegen der Sinneskanäle», die in der Formel ausgedrückte Absicht wird ohne Nachdenken oder besonderen Willensentschluss unverzüglich in die Tat umgesetzt.
zum Anfang
Das Autogene Training ist eine unspezifische therapeutische Massnahme. Sie lässt sich kombinieren mit anderen psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungen und Naturheilverfahren. Bei psychovegetativen Störungen oder auch organisch bedingten Krankheiten ist diese faszinierende Entspannungsmethode eine bewährte Hilfs- und Begleitmassnahme. Die Frage an den Arzt lohnt sich.
zum Anfang
Als Überblick und zur Orientierung eine kurze Zusammenfassung der vier spezifischen Organübungen:
Herzregulierung
Formel: Herz schlägt ruhig und kräftig, für leicht Erregbare: Herz schlägt ruhig und gleichmässig.
Das Herz ist ein unermüdlich arbeitender Pumpmuskel. Das Schwere- und Wärme-Erlebnis der autogenen Umschaltung erfasst auch dieses Muskelbündel. Die Relaxion passt die Herztätigkeit harmonisch dem Rhythmus des Gesamtorganismus an.
zum Anfang
Atemeinstellung
Formel: Atmung ist ganz ruhig und gleichmässig, oder: Es atmet mich.
Die Atmung gestaltet sich aus der Entspannung heraus. Der Übende lässt sich von ihr «tragen» und vermeidet jede bewusste Änderung der Atemfrequenz. Jede willkürliche Steuerung bewirkt Spannung und stört die autogene Umschaltung.
zum Anfang
Regulierung der Bauchorgane (Sonnengeflecht)
Formel: Sonnengeflecht ist strömend warm, oder: Leib ist strömend warm.
Damit wird der grösste Nervenknoten unseres Körpers angesprochen. Das ausgewogene und entspannte Nervensystem bewirkt über die Weitung der Blutgefässe eine gute Durchblutung der Bauchorgane. Dazu gehören unter anderem Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nieren und die Sexualdrüsen.
zum Anfang
Einstellung des Kopfgebietes
Formel: Stirn ist angenehm kühl, oder: Stirn ist ein wenig kühl.
Die Kopfübung erfordert eine besondere Vorsicht. Diese abschliessende Übung vermittelt die Erfahrung eines angenehmen Kühle-Erlebnisses über der Stirn. Der warmherzige Mensch, der seinen kühlen Kopf bewahrt, beschliesst auch die Grundstufe des Autogenen Trainings

 

zum Anfang

 

designed by Atelier Espri © Stand: 21. Mai 2002