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Geschichte des Autogenen Trainings
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| Die Geschichte des Autogenen Trainings ist eine Geschichte
des akribischen Beobachtens. Die Entwicklung dieser
Entspannungsmethode ist untrennbar mit dem Namen Johannes Heinrich
Schultz verknüpft. Der junge Facharzt und Oskar Vogt, sein Mentor
und Freund, gliederten und analysierten die vielseitigen
Erfahrungen, die von den Menschen in der Hypnose geschildert wurden.
Sie beobachteten, wie die Versuchspersonen den Entspannungszustand
der Hypnoseeinleitung auch ohne ihre Hilfe erreichen konnten,
indem sie die vom Arzt gebrauchten Formeln als Autosuggestionen
übernahmen. Das liegt beinahe hundert Jahre zurück.
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Die Beobachtung, die sich mit dem
zündenden Gedanken verbindet, wird zur grossen Entdeckung: das
bestimmende Element des ganzen Vorgangs ist die Umschaltung.
Lässt ein Mensch die Umschaltung passiv ohne Stellungnahme an sich
ablaufen, schläft er ein; lässt er die Umschaltung ebenso passiv von
einem Arzt leiten, der die dabei eintretende Bewusstseinsveränderung
auf eine intensive Zweierbeziehung einengt, so handelt es sich um eine
Hypnose. Eine autogen-konzentrierte Umschaltung dagegen gründet
darauf, dass sich die Versuchsperson bewusst die Voraussetzungen dazu
schafft, dem Vorgang die volle Aufmerksamkeit schenkt und ihre
Vorstellungen aktiv in die gewünschte Richtung lenkt. Die
Möglichkeit, den Umschaltungsvorgang eigenständig zu gestalten und
selbstbeobachtend zu begleiten, ist das eigentliche Wesen des
Autogenen Trainings und gleichzeitig die Trennlinie zur Hypnose. Es
ist irreführend, das Autogene Training als eine Form der
Selbsthypnose zu bezeichnen.
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Prof. Schultz veröffentlichte 1932 seine grosse Monographie «Das
Autogene Training, konzentrative Selbstentspannung», die
umfassend und schwer verständlich seine wissenschaftlichen
Erkenntnisse zugänglich macht. Die Medizin hat in der Zwischenzeit
viel Wissen dazu gewonnen, sie belegt mit wissenschaftlichen Methoden
Sachverhalte, die Schultz aufgrund seiner Beobachtungen nur vermuten
konnte. Das breit abgestützte Wissen und die vertiefte Kenntnis der
Materie ermöglichte auch nötige Anpassungen an die Bedürfnisse des
heutigen Menschen, ohne die Struktur der Methode zu verletzen.
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